Bahn: "Wir haben so 'ne Krawatte": Nichts geht auf deutschen Schienen

Ratlos am Bahnsteig, Fahrgemeinschaften per Zuruf: Wie Reisende mit dem bundesweiten Zug-Chaos kämpfen.

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Aktuelle Nachrichten zum Thema Bahnverkehr lesen Sie hier auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / ON-Photography

"Nein, wir wissen nicht, was wir tun sollen": Ratlos und verwirrt steht eine Studentin am Berliner Hauptbahnhof. Wann ihr Zug fährt, wo sie Informationen bekommt - sie weiß es nicht, Auskünfte kann niemand geben. Zwei Frauen, die nach einem Konzert aus Berlin zurück nach Lutherstadt Wittenberg wollen, sagen: "Wir haben so 'ne Krawatte." Aber sie betonen auch: "Die Bahn-Mitarbeiter haben das Mögliche gemacht", seien freundlich und ansprechbar.

Doch es ändert vorerst nichts daran: Es herrscht Stillstand auf der Schiene. Bundesweit geht nichts mehr, egal ob bei der bundeseigenen Deutschen Bahn, bei Privatbahnen oder auch den S-Bahnen in Berlin oder Stuttgart. Warum: Der digitale Bahnfunk GSMR ist gestört, die Bahn arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung.

Aber vorerst sitzen zahlreiche Menschen an Bahnhöfen fest. In Berlin bietet das Zugpersonal auf eigene Initiative den Wartenden an, in die Züge zu kommen, sie könnten sich hinsetzen, Wasser trinken und die Toiletten benutzen. Für die späte Uhrzeit ist relativ viel Bahnpersonal unterwegs, freundlich beantworten die Mitarbeiter die Fragen der Reisenden - wenn sie auch kaum Antworten geben können.

"In der App verzögert sich die Abfahrt des Zuges immer um eine Stunde", sagt eine Frau und zeigt auf ihr Smartphone. Aus den Lautsprechern schallt immer wieder: "Wir arbeiten an einer Lösung." Aber der Bahnverkehr? Auf unbestimmte Zeit verzögert. Viele scheinen sich in ihr Schicksal gefügt zu haben.

Am Duisburger Hauptbahnhof ist die Information so überlastet, dass Sicherheitskräfte einspringen und über die Störung informieren. Eine Zugführerin sagt durch, dass bundesweit heute nichts mehr gehen werde. Die Leute sollten den Zug verlassen.

In Hamburg berichten Reisende einem dpa-Reporter, dass am Informationsschalter Taxi-Gutscheine ausgegeben würden. "Noch jemand nach Lübeck?", ruft jemand. Andere versuchen, auf eigene Faust Fahrgemeinschaften zu bilden. Bei der Eisenbahngesellschaft Metronom heißt es: "Nach aktuellem Stand rechnen wir am heutigen Abend nicht mehr mit einer stabilen und geordneten Wiederaufnahme des Zugverkehrs."

Kurz nach Mitternacht rollen erste Züge wieder. Ein dpa-Mitarbeiter berichtet, seine Bahn sei nach zwei Stunden Stillstand wieder angefahren. Für die Reisenden an den Bahnhöfen bundesweit könnte es ein Hoffnungsschimmer sein, dass es bald auf allen Strecken wieder weitergeht.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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