Fußball-WM: "Wie eine Boeing": Oranje zwischen Kritik und Euphorie
Die Elftal um die Stars Virgil van Dijk ist bei der WM eigentlich auf Kurs. Vor allem das 5:1 gegen Schweden beeindruckt. Trotzdem gibt es große Kritik aus der Heimat - wie immer in den Niederlanden.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Laune ist gut bei den Niederländern nach dem befreienden 5:1 gegen Schweden. Im Training auf der beeindruckenden Anlage des Frauen-Fußball-Clubs Kansas City Current wird in diesen Tagen viel gelacht. Ein Stimmungsbild, das so gar nicht zu der Atmosphäre unter den Experten in der Heimat passen will. Denn dort gibt es wie immer dann, wenn die Elftal bei einem großen Turnier dabei ist, viel Kritik.
Nach dem 2:2 gegen Japan zum Auftakt bekamen Bondscoach Ronald Koeman und Kapitän Virgil van Dijk ihr Fett weg. Und selbst nach dem spektakulären Kantersieg gegen Schweden fanden die Experten Ansatzpunkte für Negativität - dieses Mal stand Mittelfeldstratege Frenkie de Jong im Mittelpunkt.
Klare Worte von de Jong
Dem Spielmacher wird vorgeworfen, zu wenig Pässe in die Tiefe zu spielen und damit die schnellen Angreifer im Oranje-Team in Stellung zu bringen. Kritik, die de Jong mit deutlichen Worten konterte. "Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen eigentlich nicht viel vom Fußball verstehen", sagte der 29-Jährige. "Sie schauen wohl zu, aber sie sehen nicht viel."
Das Verhältnis zwischen der Elftal und dem riesigen Aufgebot an Experten in den Niederlanden ist seit jeher ein Besonderes. Das reine Ergebnis reicht im Land des Europameisters von 1988 meist nicht aus, um die Menschen zufriedenzustellen. Es muss auch noch schöner Fußball sein. Bleibt dieser aus, gibt es Kritik - egal ob vorher mit 5:1 gewonnen wurde.
"Ich denke, dass wir in den Niederlanden insgesamt etwas mehr Anerkennung für unsere Spieler haben könnten", sagte de Jong. "Natürlich ist Kritik in Ordnung, wenn jemand ein schlechtes Spiel gemacht hat. Aber wir haben sehr viele Spieler, die schon seit Jahren auf Topniveau spielen."
Van der Vaart diskreditiert Kapitän
Dazu gehört auch van Dijk, immerhin seit vielen Jahren Kapitän des FC Liverpool. Auf den Abwehrchef hatte sich nach dem Auftaktspiel gegen Japan Ex-Profi Rafael van der Vaart eingeschossen. "Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein bisschen erschrocken war über van Dijk", sagte der frühere Spielgestalter des Hamburger SV. "So wie er sich dreht ... Er war ein bisschen wie eine Boeing 747."
Aussagen, die sogar Jürgen Klopp bei Magenta TV auf den Plan riefen. "Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt die Mühe wert ist, Rafael van der Vaart zu nennen", sagte Klopp, einst Coach von van Dijk in Liverpool. "Aber wenn er irgendwann einmal positiv über einen Spieler redet, dann bin ich bereit, ihn wieder ernst zu nehmen."
Dumfries blickt nach vorn
Und so gibt es wie immer viel Gesprächsstoff in den Niederlanden, obwohl das Team von Koeman bereits so gut wie sicher in der K.o.-Runde steht. Defensivspieler Denzel Dumfries verwies daher lieber auf die gute Stimmung innerhalb der Gruppe und ist überzeugt, dass die Kritiker noch viel Zeit haben werden, ihre Meinungen über das Oranje-Team kund zu tun.
Denn Dumfries, der vor einem Wechsel zu Real Madrid steht, geht felsenfest davon aus, dass das niederländische Team bei dieser WM in den USA, Kanada und Mexiko weit kommen kann. "Natürlich muss alles passen. Aber ich bleibe dabei: Wenn wir uns weiter auf unsere Dinge konzentrieren, dann sind wir ganz klar ein Titelkandidat."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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