Mordanschlag auf Wladimir Alexejew: Putin-Vertrauter tappt beim Fremdgehen in Attentatsfalle

Reihenweise fallen Wladimir Putins Vertraute in die Attentatsfalle - Wladimir Alexejew war einer davon. Auf dem Weg zu einem Seitensprung wurde dem Generalleutnant eine personelle Entscheidung zum Verhängnis.

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Ein mutmaßliches Attentat auf Wladimir Putins Vertrauten Wladimir Alexejew sorgt in Russland für Wirbel. (Foto) Suche
Ein mutmaßliches Attentat auf Wladimir Putins Vertrauten Wladimir Alexejew sorgt in Russland für Wirbel. Bild: picture alliance/dpa/AP | Dmitri Lovetsky
  • Wirbel um Mordanschlag auf Wladimir Alexejew -Vertrauter von Wladimir Putin vor Wohnhaus niedergeschossen
  • Anschlagserie auf hochrangige Putin-Vertraute lässt Russland zittern
  • Geheime Affäre von russischem Generalleutnant bei Attentat aufgeflogen

Der Mordanschlag auf Wladimir Putins engen Vertrauten Wladimir Alexejew sorgte im Februar 2026 für Aufsehen: Vor einem Wohngebäude in der Volokolamskaya am Stadtrand von Moskau wurde der 65-jährige stellvertretende Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU hinterrücks niedergeschossen. Der Attentäter hatte offenbar mit einem kopierten Schlüssel Zugang zum Haus erlangt.

Mordanschlag auf Wladimir Alexejew - Putin-Vertrauter war auf dem Weg zum Seitensprung

Nun kommen einem Bericht der "Schwäbischen Online Zeitung" zufolge pikante Einzelheiten zu dem Attentat ans Tageslicht: Offenbar war Alexejew an besagtem 6. Februar auf dem Weg zu einem romantischen Treffen mit einer Dame, die nicht seine Ehefrau (61) sein soll. Stattdessen habe sich der Generalleutnant für ein romantisches Treffen mit seiner Geliebten, der 23 Jahre jüngeren Journalistin Irina Kuksenkova, in deren Luxuswohnung im 24. Stock eines Hochhauses in Moskau verabredet. Doch aus dem geplanten Schäferstündchen wurde ein Mordanschlag.

Putin-Vertrauter will außereheliche Affäre vertuschen - und wird Opfer eines Mordanschlags

Pikant daran ist: Um sein heimliches Verhältnis vor seiner 61-jährigen Ehefrau zu verbergen, hatte der hochrangige Geheimdienstler seine Leibwächter zu Hause gelassen. Der Täter schlug zudem während eines Schichtwechsels der privaten Gebäudesicherheit zu. Wladimir Alexejew überlebte schwer verletzt.

Anschlagserie auf Putins engsten Kreis: Mindestens 15 Attentate seit Beginn des Ukraine-Krieges

Der Anschlag auf Alexejew reiht sich in eine beunruhigende Serie gezielter Tötungen ein. Seit dem Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 wurden mindestens 15 hochrangige Militärs, Spitzenbeamte und mutmaßliche Kriegsverbrecher in Russland und den besetzten Gebieten angegriffen. Die Mehrzahl der Opfer kam dabei ums Leben. Nahezu alle Anschläge werden ukrainischen Geheimdiensten zugeschrieben. Offiziell bekannte sich Kiew nur in wenigen Fällen zu den Operationen. Das jüngste Attentat traf am 9. Juni Damir Dawydow, der für die Versorgung mit Drohnen und Raketenmunition verantwortlich war.

Den Auftakt bildete im Juli 2023 die Erschießung von Stanislaw Rschizki in Krasnodar. Der ehemalige U-Boot-Kommandant, der für die Rekrutierung neuer Soldaten zuständig war, wurde während seines morgendlichen Jogginglaufs getötet. Die Täter hatten seine Gewohnheiten offenbar wochenlang studiert – Rschizki hatte seine Laufstrecken über Fitness-Apps öffentlich geteilt. 

Ukrainische Geheimdienste nehmen Putins Vasallen ins Visier - und unterscheidet drei Kategorien von Zielpersonen

Die Opfer der Anschlagsserie lassen sich in drei Gruppen einteilen. Zur ersten gehören Generalstabsoffiziere wie Igor Kirillow, Jaroslaw Moskalik und Fanil Sarwarow, die militärische Operationen auf höchster Ebene koordinierten und steuerten. Die zweite Gruppe umfasst Offiziere aus Raketenverbänden. Hauptmann Konstantin Nagayko befehligte als Batteriechef der 112. Raketenbrigade den Angriff auf das ukrainische Dorf Hroza am 5. Oktober 2023, bei dem 59 Menschen starben. General Dawydow leitete das Referat für Raketen- und Drohnenmunition im Verteidigungsministerium.

Zur dritten Kategorie zählen mutmaßliche Kriegsverbrecher. Weniamin Mazzherin, Sergej Kusmenko und Azatbek Omurbekow kommandierten Einheiten der 64. Motorisierten Schützenbrigade, die für die Massaker an Zivilisten in den Kiewer Vororten im Frühjahr 2022 verantwortlich gemacht werden. Omurbekow überlebte den Sprengstoffanschlag auf ihn.

Mordanschläge auf Putin-Vertraute verändert sich

Die Vorgehensweise der Täter veränderte sich im Laufe der Zeit deutlich. Während Rschizki im Juli 2023 noch erschossen wurde, setzen die Angreifer seit Ende 2024 fast ausschließlich auf Bomben. Diese Methode erlaubt größere Distanz zum Opfer und senkt das Risiko für die Attentäter erheblich. Bei Kirillow befestigten die Täter einen Sprengsatz an einem E-Scooter vor dessen Wohnhaus. Moskalik, Sarwarow und Dawydow wurden durch Bomben an oder unter ihren Fahrzeugen getroffen. Die Sprengladungen lassen sich in Ruhe platzieren und zum optimalen Zeitpunkt auslösen.

Putins Gegner machen Jagd auf seine Vertrauten - bis snach Sibirien

Die Angreifer meiden militärische Einrichtungen. Stattdessen analysieren sie über Wochen oder Monate die Gewohnheiten ihrer Zielpersonen. Sie schlagen an Wohnhäusern, Parkplätzen oder auf dem morgendlichen Arbeitsweg zu – dort, wo die Aufmerksamkeit der Opfer nachlässt. Nach den Attentaten verschwinden die Täter meist spurlos.

Die geografische Reichweite der Anschlagsserie ist bemerkenswert. Während einige Attentate relativ grenznah stattfanden – Krasnodar liegt etwa 230 Kilometer von der Ukraine entfernt – konzentrieren sich die meisten Fälle auf den Großraum Moskau, 450 bis 700 Kilometer von der Grenze. Noch weitreichender waren die Angriffe auf mutmaßliche Kriegsverbrecher. Mazzherin wurde rund 3100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt getroffen. Omurbekow und Kusmenko traf es sogar in etwa 6100 Kilometer Entfernung – tief in Sibirien.

Moskau bleibt als politisches und militärisches Machtzentrum jedoch der Schwerpunkt der Attentate. Hier sitzen die Planer und Entscheider, hier werden strategische Beschlüsse gefasst. Die Vororte Balaschicha und Orechowo-Sujewo wurden ebenfalls zu Tatorten. Die Botschaft der Kampagne scheint eindeutig: Weder Entfernung noch Position schützen vor Vergeltung.

Auch diese Beiträge zu Wladimir Putin und dem Ukraine-Krieg sind einen Blick wert:

/news.de/stg

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