Wladimir Putin: Experten enthüllen Kriegsstrategie des Kreml-Chefs gegen die Nato
Immer wieder machen Berichte über Brandstiftungen, Bombendrohungen, GPS-Störungen und ähnliches die Runde. Allen Zwischenfällen gemein ist die Handschrift von Kreml-Chef Wladimir Putin, der seinen hybriden Krieg gegen den Westen längst begonnen hat.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Wladimir Putin führt längst Hybrid-Krieg gegen den Westen
- Sicherheitsvorfälle nehmen zu - alle tragen die Handschrift des Kreml-Chefs
- Sicherheitsexperte schlägt Alarm: "Wir lassen Putin einfach gewähren"
In Expertenkreisen gilt es längst nicht mehr als abstraktes Szenario, dass Wladimir Putin eines Tages seinen Krieg gegen die Nato vom Zaun brechen wird - einige Stimmen sind indes davon überzeugt, dass Russlands Krieg gegen den Westen bereits in vollem Gange ist. Wer genau hinschaut, erkennt die unverkennbare Kreml-Handschrift bereits in verdächtigen Zwischenfällen, die von Sicherheitsbehörden in Estland, Lettland und Litauen seit zwei Jahren in wachsender Zahl registriert werden, wie die "Bild" berichtet.
Wladimir Putin entfesselt hybriden Krieg in Europa - Zahl der Zwischenfälle nimmt zu
Während Russland seinen offenen Krieg gegen die Ukraine fortsetzt, attackiert der Kreml gleichzeitig das Baltikum und Nordeuropa mit verdeckten Mitteln. Brandstiftungen, Bombendrohungen gegen Bildungseinrichtungen, Störungen von GPS-Signalen und Anschläge auf kritische Infrastruktur – einzeln betrachtet wirken diese Aktionen unbedeutend. Doch das Gesamtbild offenbart laut Recherchen der "Neuen Zürcher Zeitung" eine beunruhigende Strategie: Moskau lotet systematisch aus, wie weit es gegen Nato-Mitgliedsstaaten gehen kann, ohne eine direkte Konfrontation zu riskieren.
Sicherheitsbehörden registrieren vom Kreml bezahlte Brandstifter und hunderte Bombendrohungen
Die Dreistigkeit der Angriffe nimmt zu. Anfang 2025 sollen zwei Männer im Auftrag Moskaus ein Restaurant in der estnischen Hauptstadt Tallinn in Brand gesetzt haben. In Lettland gingen bei mehr als 300 Schulen und etwa 400 Kindergärten Bombendrohungen ein.
Auch direkte Provokationen häufen sich: An einer stark befahrenen Schnellstraße in Estland tauchten bewaffnete Russen auf. Hinzu kommen wiederkehrende Sabotageakte gegen Bahngleise und Unterseekabel sowie die gezielte Störung von GPS-Signalen, die für Schiffs- und Flugverkehr unverzichtbar sind.
Wladimir Putin setzt im hybriden krieg auf billige Handlanger statt professionelle Spione
Hinter den Attacken stecken meist keine ausgebildeten Geheimdienstmitarbeiter. Stattdessen rekrutiert Russland seine Helfer über das Internet. Diese Kollaborateure erhalten Geld für simple Aufgaben: etwas in Brand setzen, beschädigen oder an einem bestimmten Ort platzieren.
Für die Auftraggeber in Moskau ist diese Methode nahezu risikofrei. Die Ermittlungsbehörden hingegen stehen vor enormen Schwierigkeiten, die Verbindungen nachzuweisen. Nicht jeder einzelne Vorfall lässt sich zweifelsfrei dem Kreml zuordnen. Dennoch erkennen Sicherheitsexperten ein klares Muster: Die Vorgehensweise ähnelt sich, die Ziele wiederholen sich, und betroffen sind stets dieselben Regionen.
Sicherheitsexperte schlägt Alarm: "Wir lassen Putin einfach gewähren"
Für den Sicherheitsexperten Dr. Christian Mölling steht außer Frage, wer hinter den GPS-Störungen steckt: "Es sei denn, wir glauben an Marsmenschen oder den Weihnachtsmann", so der Politikwissenschaftler gegenüber "Bild". Putins Kalkül sei simpel: "Die Zersetzung europäischer Gesellschaften ist etwas, was Russland offensichtlich besser kann, als gegen die Ukraine zu kämpfen."
Der Berater am European Policy Centre in Brüssel kritisiert die europäische Reaktion scharf. Europa scheue sich vor entschlossenen Gesetzen und wirksamer Gegenwehr. "Viele Gegenmaßnahmen sind nicht verboten. Wir sind bloß einfach zu träge", bemängelt Mölling.
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loc/news.de/stg
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