Großpösna: Riesenrad-Brand beim Festival: Ermittlungen ziehen sich hin
Plötzlich brannte das Riesenrad, Menschen sprangen in Panik aus den Gondeln: Was die Ermittler zwei Jahre nach dem Highfield-Drama noch immer beschäftigt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Vor fast zwei Jahren sorgte der Brand eines Riesenrades beim Highfield-Festival am Störmthaler See nahe Leipzig für weltweite Schlagzeilen. 16 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, Dutzende weitere mussten ärztlich versorgt werden. Die Staatsanwaltschaft untersucht die Ursache des Brandes noch immer.
Wann mit einem Abschluss der sehr umfangreich geführten Ermittlungen zu rechnen ist, sei noch nicht absehbar, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Ihren Angaben zufolge wurden rund 180 Zeugen befragt.
Was war passiert?
Am Abend des 17. August 2024 hatten knapp 30.000 Menschen auf dem Rockfestival gefeiert, als während eines Auftritts plötzlich eine der 24 Gondeln des 38 Meter hohen und voll besetzten Riesenrades in Brand geriet. Das Fahrgeschäft stand rund 100 Meter von der Bühne entfernt.
Zwei Gondeln brennen komplett aus - Menschen springen in die Tiefe
Die Flammen griffen auf eine zweite Gondel über, einige Menschen sprangen aus mehreren Metern Höhe aus dem Riesenrad. Insgesamt 65 Menschen wurden anschließend ärztlich versorgt. Die Rettungskräfte brachten 16 Menschen mit zum Teil schweren Brand- und Sturzverletzungen in Krankenhäuser.
Nach Polizeiangaben waren zwölf Frauen und vier Männer im Alter zwischen 18 und 44 Jahren betroffen. Das Highfield-Festival, eines der größten Rock- und Popfestivals in Sachsen, wurde nach einer rund zweistündigen Unterbrechung fortgesetzt.
Wo und warum war das Feuer ausgebrochen?
Das ist Bestandteil der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Details zum Gutachten des Brandursachenermittlers werden zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht genannt, betonte die Sprecherin der Behörde. Der Betreiber des Riesenrades hatte am Tag nach der Katastrophe gesagt, dass das Feuer beim Fahrgastwechsel entstanden war. Einer ersten Einschätzung zufolge war Material unterhalb des Fahrgeschäfts auf noch unbekannte Art und Weise in Brand geraten. Das Feuer griff dann auf eine Gondel über. Seine Mitarbeiter hätten geistesgegenwärtig reagiert, das Tempo des Riesenrades erhöht und so die Evakuierung der anderen Gondeln beschleunigt, betonte er. Seinen Angaben zufolge war das Fahrgerät sieben Jahre alt und ordnungsgemäß überprüft.
Was ist Gegenstand der Ermittlungen?
Die Staatsanwaltschaft hat zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zum einen wegen fahrlässiger Brandstiftung, zum anderen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Dabei soll untersucht werden, ob bei der Evakuierung des Riesenrades alles richtig abgelaufen war. Beide Ermittlungsverfahren werden gegen "Bekannt" geführt.
Unterdessen laufen die Vorbereitungen zum Highfield-Festival 2026 auf Hochtouren. Zahlreiche Bands und Musiker haben bereits für das dreitägige Festival vom 14. bis 16. August zugesagt.
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